Hannover  im Mai 2004

Im Rahmen unserer Trainingstage konnten wir im Mai nach Hannover fahren um unsere Kenntnisse im Beschlag zu verbessern. Tierärztin Kirsten Becker und ihr Mann Stephan organisierten ein Nbs- Seminar mit Gene Ovnicek, Mark Spriggs und David Nicholls.
Anbei finden Sie einen Überblick über diese Tage

   
Unser Hotel in einem Vorort von Hannover. Wir hatten Glück und konnten als einzige Teilnehmer der Trainingstage in diesem Haus übernachten.
Ein Schwimmbad, Saunabereich und eine angenehme Bar nur für uns alleine. Das gibt es  wahrscheinlich kein zweites mal.
Das erste Pferd das wir zum Beschlagen bekamen, war eine dreijährige Stute, die gemeinsam mit ihrem Besitzer schon viele Kliniken besucht hatte.
Die Röntgenbilder des Pferdes konnten Aufschluss darüber geben, wie schlecht der Zustand der Hufe war.
Gene Ovnicek selbst bearbeitete die Hufe der Stute. So konnten alle Teilnehmer von seiner großen Erfahrung profitieren. Hier kann man sehen, dass er sich den Huf markiert hab um sich einen Überblick zu verschaffen.
Die Beschlagdemonstration fand in den Räumlichkeiten einer großen Pferdeklinik im Randbezirk von Hannover statt. Unsere Gruppe konnte sich bei der Übersetzung und Unterstützung von Ovnicek beim Beschlagen nützlich machen.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Auswertung der Röntgenbilder gelegt. Da sich das Pferd bereits operiert wurde, mussten die aktuellen Bilder mit eingebunden werden.
Als zweites Pferd konnten wir diesen Schimmel beschlagen. Auf diesem Bild ist sehr schön der Unterschied zwischen vorher und nachher zu erkennen.
Das Pferd hatte Anfangs Probleme auf dem frisch beschlagenen Fuß zu stehen. Die Umstellung war sehr gravierend und zuerst dachten auch wir, das zuviel des Guten gemacht wurde.
   
Auch auf diesem Bild ist der Unterschied zwischen den beiden Hufen sehr eindringlich zu sehen. Wenn man die Auswirkungen der Biomechanik in Betracht zieht, kann man sich vorstellen welche Belastung die Sehnen aushalten mussten.
Hier kann man erkennen, dass der Fuß ein gute Fesselachse erreicht hat. Nach einigen Minuten in denen das Pferd Schwierigkeiten mit der Umstellung hatte, konnte man eine deutliche Besserung erkennen. Alle Zuschauer konnten nach dem Beschlag überrascht feststellen, dass es dem Pferd sehr gut ging.
Gene Ovnicek bei der abschließenden Bearbeitung der Hufe. An diesem Pferd konnte er seinen großen Erfahrungsschatz und sein Können demonstrieren.
Es war für alle ein sehr lehrreicher Seminartag, der auch unter den anwesenden Tierärzten für heftigste Diskussionen sorgte.
Hier ein weiteres Beispiel von einem Beschlag. Ausgeführt mit einer Nbs- Platte und einem mittelharten Polster. Zusätzlich wurde der Strahl mit einem Strahleinsatz unterstützt um die Durchblutung des Hufes anzuregen.
Auch dieses Pferd hat den Beschlag sehr gut angenommen und der Besitzer des Tieres konnte hochzufrieden nach Hause fahren.
Der Beschlag von Hinterhufen eines der zum Seminar gebrachten Pferde. Hier ein sehr stark nach hinten gesetztes Eisen um dem Pferd ein gutes Abrollen über die Zehe zu gewährleisten.
Hier der selbe Fuß von hinten. Man sieht, dass die Trachten extrem gekürzt wurden, so daß der Strahl direkten Bodenkontakt hatte.
Trotz dieser extremen Trachtenkürzung konnte das Pferd wesentlich besser gehen, was uns das Tier in der Bewegung gezeigt hat und der Besitzer auch bestätigt hat.
Der Hinterhuf eines Pferdes, der mit einem Nbs Eisen beschlagen wurde und zur Unterstützung eine Nbs- Platte bekam
Der Huf auf den Boden gesetzt. Auch hier kann man erkennen, dass die Trachten sehr stark gekürzt wurden um der Struktur eine Erholung zu ermöglichen.
Auch dieses Pferd konnte seinem Besitzer mit einem sehr schönen Gangbild übergeben werden.
Wie man hier auf dem Bild sehen kann, wurde auch sehr kontroversiell diskutiert und wir waren nicht immer einer Meinung. Dennoch haben immer die Ergebnisse gezählt und die sprachen ihre eigene Geschichte.
Hans Seifert, Stefan Grum und Roland Mauracher von Hoof Protection im Gespräch mit David Nicholls von Tfp
Mark Spriggs von Tfp im Gespräch mit Stefan Grum und Hans Seifert.
Jeder Beschlag und jede Lösung wurde intensiv besprochen und auf Tauglichkeit überprüft.
Josef Tramberger von Hoof Protection im Gespräch mit Willi Wink aus Ingolstadt. Wir machten unsere Ausbildung gemeinsam und konnten bei diesem Seminar diese fortführen.
Auch eine Pause ist nötig, gerade dann wenn so intensiv gearbeitet wird, wie diese drei Tage.
Gene Ovnicek, David Nicholls und Josef Tramberger in Diskussion über die Wirkung von Slidingbeschlägen auf die Gelenke.
Roland Mauracher bei der Versorgung eines Hinterhufes, unterstützt von Hans Seifert und Gene Ovnicek.
Allgemeine Tips beim Umgang mit modernen Materialien dürfen natürlich nicht fehlen.
Hans Seifert hört interessiert zu.
Während dieses Seminars wurde erstmals intensiv über den Beschlag der Hinterhufe und dessen Auswirkungen auf den Rücken gesprochen.
Gene Ovnicek zeigt am Pferd, die Problemzonen, die durch Beschlagfehler entstehen können, und wie man sie identifizierten kann.
Ein Hufschmied muss anscheinend wesentlich mehr können als Hufe beschlagen.
Die Beschlagsarbeiten wurden manchmal sehr kritisch betrachtet und auch dokumentiert.
Josef Tramberger beim Überdenken eines Slidingbeschlages. Hier wurden neue Techniken aus USA eingesetzt die sich in Europa noch bewähren müssen.
Stefan Grum bei der Arbeit an einem Pferd, das es ihm sehr schwer gemacht hat.
Nicht alle Pferde wollten sich ganz freiwillig bearbeiten lassen
Die Professionalität eines Hufschmiedes kann man auch daran messen, in welchen Positionen Arbeit noch möglich ist.

Stefan Grum übt hier keinen Tanzschritt sondern versucht das sich wehrende Pferd, so gut als möglich zu fixieren.

Eine Anmerkung zum Schluss:
Alle Pferde wurden vor dem Beschlag vorgeführt und beurteilt. Anschließend wurden Röntgenbilder angefertigt und erst dann mit dem Beschlag begonnen.
Zum Abschluss wurden die Pferde wieder vorgeführt und beurteilt.

So wie es eine professionelle Arbeit erfordert.

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